Der große DAF zieht gut

[Transport Nr. 17 / Sept. 2016] Als ersten bestof9.eu-Truck nehmen wir den „DAF XF 460“ im Einzeltest unter die Lupe. Von den beiden bestof9.eu-DAF im Rennen der Klasse von 440 bis 460 PS ist er der stärkere, der mit dem größeren Hubraum und der mit formidablem Drehmoment

Wolfgang Bittner war von Anfang an dabei als Bestof9.eu- Fahrer. Schon die erste Staffel begleitete er. Jetzt, nach viereinhalb Jahren und einigen Fahrzeugwechseln, hat er „seinen“ Truck gefunden: Mit dem „DAF XF 460“ ist er zufrieden. „Der zieht gut, meiner Meinung nach viel besser als der kleene 440er.“ Der „Kleene“ ist der zweite DAF im Rennen und steht für ein Nebenthema in unserem großen Vergleichstest: „Kleiner oder großer Motor? –Was ist besser?“. Die zweite Paarung übrigens, die diesen Vergleich zulässt, besteht aus dem „Actros 1845“ und seinem kleinen Bruder „1843“. Diese beiden Marken sind also doppelt vertreten, bestof9. eu steht ja für neun Fahrzeuge von sieben Marken. Dem Thema „kleiner oder großer Motor“ werden wir uns aber in einer eigenen Auswertung widmen.

Zunächst gilt es mal, den bestof9.eu-Anwärtern im Einzeltest, unter den Bedingungen des Transport-Lkw-Tests, auf den Zahn zu fühlen. Die Gründe hierfür sind in dem Kasten weiter unten erläutert. Absolute Vergleichbarkeit ist bekanntlich nur unter Laborbedingungen gegeben. Auf der Transport-Testrunde können wir immerhin die meisten Parameter gleichschalten: Gleiche Strecke, gleicher Auflieger, gleicher Fahrer, gleiche Marschgeschwindigkeiten. Bleibt nur das Wetter als Unsicherheitsfaktor. Mit überschaubarem Einfluss – jedenfalls, wenn man die Einzeltests, wie nun begonnen, in den Spätsommer und in den wetterstabilen Frühherbst legen kann. Die erste Inaugenscheinnahme des DAF 460 fällt sehr positiv aus: Er hat 255.000 Kilometer nach knapp zwei Jahren auf der Uhr.

Und er sieht gut aus. Ein kleinerer Unfall mit einem Pkw an der Front ist einwandfrei repariert. Außen wie innen steht der Holländer sauber und ordentlich da. Lediglich die Kotflügel am Heck sind von zahlreichen Aufliegerwechseln oben durchgeschubbert und löchrig. Der DAF hat ein Integralheck mit den Batterien im hinteren Rahmenende. Schön abgedeckt von einer Haube sind die Batterien hier gut aufgehoben, tragen zu einer Entlastung der Vorderachse bei und sind auch für den Fremdstart dank zweier herausgelegter Anschlusspunkte gut erreichbar.

Großer Tank

Bei DAF legt man ja größten Wert auf die Bereitstellung großer Tankkapazitäten. Deshalb wanderten die Batterien nicht nur nach hinten, sondern der Adblue-Tank auch unters Fahrerhaus. Mit 50 Litern ist er nicht besonders groß, dafür bietet der Standard-Dieseltank schon 765 Liter Fassungsvermögen. Beide Tanks sitzen auf der bedienfreundlichen linken Seite. Erfreulich auch der Zustand des Innenraums. Abgegrabbelte Stellen und Schmutzränder? Fehlanzeige. Das Sortiment an Pflegemitteln, das Wolfgang in der Ablage der Beifahrertür staut, wird offenbar rege genutzt.

Aber auch alle Kunststoffe und Oberflächen wirken frisch wie am ersten Tag. Bis auf eine Ausnahme: Die Beschriftung am Retarderhebel ist schon etwas abgewetzt – ein Beleg für den fleißigen Einsatz der verschleißlosen Bremse. So unspektakulär das Armaturenbrett des Holländers auch wirkt: Die Verarbeitung und die Qualität der Oberflächen ist 1a. Beispiel Schalter: Die sind nicht einfach nur mit den entsprechenden Symbolen bedruckt, sondern weiß durchgefärbt. Das macht es einfach, sie nachts zu hinterleuchten, die Beschriftung ist immun gegen Verkratzen und bleibt dauerhaft sichtbar. So etwas sieht man einfach. Und man freut sich genauso darüber wie über einen immer noch griffigen Lenkradkranz und kratzerfreie Oberflächen. Allein für diese Materialqualitäten verdient der DAF ein dickes Lob. Kritisch äußert sich Wolfgang Bittner über die Innenbeleuchtung. Die fällt doch recht einfach aus, ist nicht dimmbar, das rote Nachtlicht viel zu schwach.

Außerdem stört ihn die 14 Zentimeter hohe Motorkiste, die seinen Lebens- und Bewegungsraum spürbar einschränkt. Dass die DAF-Space-Cab zwar optisch große Stauklappen hat, die Ladeöffnung dahinter aber nur sehr knappe 48 x 29 Zentimeter misst, ist Wolfgang schon beim ersten Bunkern des Zwei-Wochen-Vorrats aufgefallen. Ausgestattet ist der 460er nach bestof9.eu-Lastenheft: Retarder (ZF-Intarder), Berganfahrassistent, Spurhaltewarner, Notbremsassistent, adaptiver Tempomat und Eco-Roll.


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