Zwei Erste und ein Ausreißer

[Logistra 11-12 / 2015] Nach einem Jahr und im Schnitt fast 140.000 Kilometern pro Lkw auf dem Zähler behaupten sich die beiden Actros im Spitzenfeld von bestof9.eu. Mittlerweile machen sich höhere Streckenschwere und Gewichte bemerkbar.

Rund ein Jahr ist es nun her, dass wir mit der zweiten Runde von bestof9.eu, Europas größtem Lkw-Praxistest, begonnen haben. Der Startschuss fiel noch im September 2014 auf der IAA Nutzfahrzeuge, rund einen Monat später, am 1. November, begannen die Messungen. Zeit für eine weitere Bestandsaufnahme der zweiten Staffel. Am Stichtag September 2015 hat sich in Sachen Verbrauch eigentlich wenig getan. Nach wie vor glänzt der „Mercedes-Benz Actros 1845“ mit einem Verbrauch von knapp unter 27 l/100 km. Schaut man sich die „Fleetboard“- Auswertungen an, wird klar, dass auch Fahrer Maik Riedel hieran seinen Anteil hat.

Er liefert kontinuierlich Noten um 9,6 bis 9,7 ab, beim vorausschauenden Fahren bewertet ihn Fleetboard mit einer fast schon sagenhaften 9,96. Unterwegs ist Maik Riedel in der Regel mit einem durchschnittlichen Gesamtgewicht von 30 Tonnen. Und was noch bemerkenswerter ist – Fleetboard zeichnet auch das auf – er nutzt zu 83 Prozent der Fahrzeit den vorausschauenden Tempomat, bei Daimler „PCC“ genannt. Sein Kollege Manfred Borrack war laut Fleetboard nicht ganz so geschmeidig unterwegs (Gesamtnote Fahrweise 9,45), dafür aber im Schnitt zwei Tonnen leichter.

Spitzenreiter

Damit wäre auch schon erklärt, warum die beiden Actros derzeit die Spitze bei bestof9.eu unter sich ausmachen. Enorm zugelegt hat auch der „Scania 450“: Er schob sich von Platz fünf auf Platz drei vor und nähert sich der Marke von 27 l/100 km. Der „MAN TGX 440“ behauptet unverändert seinen vierten Platz, während der „Volvo 460 FH“ vom zweiten auf den fünften Rang abfällt. Hier liegt der Grund hauptsächlich in einer deutlich höheren Auslastung.

Über dem Flottendurchschnitt tat sich also mehr als darunter. Trotz Nachuntersuchung wegen auffälliger Verbrauchswerte in Eindhoven kommt der „DAF XF 440“ weiter auf keinen grünen Zweig. Nach dem Einbau der DAF-Telematik mit Fahrstilanalyse wissen wir nun aber mehr über die Fahrweise von Pilot Wolfgang Bittner. Er lässt laut Fuhrparkleiter Frank Peters bei weitem nicht so schön rollen wie Maik Bastian, der Fahrer des „großen“ 460er DAF. Aber allein ist Wolfgang Bittner an den immer noch zu hohen Verbrauchswerten nicht schuld. Seine Einsatzschwere hat sich nach oben verändert, wie bei manch anderem auch.


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